Wie der WHO-Hub in Berlin die Welt sicherer macht

Wie der WHO-Hub in Berlin die Welt sicherer macht

10 wichtige Fakten im Überblick

 

Im WHO-Hub für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin arbeiten wir mit Fachleuten aus der ganzen Welt zusammen. Wir unterstützen Länder mit neuen technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen, damit Gesundheitsrisiken überall auf der Welt so früh wie möglich erkannt, verstanden und eingedämmt werden können.

Auf Grundlage unserer Erfolge aus dem Jahr 2025 stellen wir hier zehn Bereiche vor, die unsere Arbeit 2026 und in den kommenden Jahren prägen werden.

1. Modernste DNA-Analytik zur Vorhersage von Pandemien nutzen

Die Fortschritte in der DNA-Analyse eröffnen heute Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren. Dank dieser Technologien können neue Krankheitserreger wie Viren und Bakterien frühzeitig erkannt werden. Forschende können zudem nachvollziehen, wie sich diese Erreger verbreiten und wie gefährlich sie werden könnten.

Über das International Pathogen Surveillance Network (IPSN) arbeitet der WHO-Hub in Berlin mit 309 Partnerorganisationen in 101 Ländern zusammen, um den Zugang zu diesen Technologien weltweit auszubauen.

 

 

2. Öffentliche Gesundheit als Eckpfeiler nationaler Sicherheit

Infektionskrankheiten breiten sich heute schneller aus als je zuvor. Gleichzeitig wird die weltpolitische Lage immer unvorhersehbarer. Für die Länder bedeutet das: Wer seine Bevölkerung schützen will, braucht ein Gesundheitssystem, das neue Krankheitsrisiken früh erkennt, lange bevor sie große Ausbrüche verursachen.

2025 arbeitete der WHO-Hub mit mehr als 160 Ländern und über 190 Partnerorganisationen zusammen, um die grundlegende Infrastruktur für Gesundheitssicherheit zu stärken.

Solche Investitionen zahlen sich aus. Länder, die starke Strukturen für Public Health Intelligence besitzen, können Krisen schneller eindämmen, wirtschaftliche Schäden begrenzen und ihre Gesellschaften schützen.

 

 

3. Schneller reagieren dank künstlicher Intelligenz

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz lassen sich Warnsignale für Krankheitsausbrüche heute schneller erkennen. Große Datenmengen, deren Auswertung früher Monate gedauert hätte, können heute nahezu in Echtzeit analysiert werden.

2025 stellte der WHO-Hub in Berlin die neueste Version des Systems Epidemic Intelligence from Open Sources (EIOS) vor. Mit neuen KI-Funktionen durchsucht es weltweit öffentlich verfügbare Quellen und hilft Fachleuten, schnell ungewöhnliche Ereignisse zu erkennen, die sich zu einer Gesundheitsbedrohung entwickeln könnten.

Der WHO-Hub in Berlin lancierte außerdem einen Podcast zur Anwendung künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Gesundheit. Darin sprechen führende Expertinnen und Experten darüber, wie KI und Datenwissenschaft die Pandemie- und Epidemieaufklärung verändern.

 

 

4. Daten zusammenführen, um Gesundheitsrisiken besser zu erkennen

Gesundheitsdaten allein reichen oft nicht aus, Bedrohungen frühzeitig zu entdecken und zu verstehen. Der WHO-Hub in Berlin arbeitet deshalb mit Ländern daran, Gesundheitsdaten mit Informationen aus anderen Bereichen wie etwa Klima, Tiergesundheit, Migration zu verknüpfen.

Durch die Zusammenführung dieser unterschiedlichen Daten entsteht ein wesentlich umfassenderes Bild möglicher Gesundheitsrisiken.

2025 begannen 83 Länder in allen 6 WHO-Regionen, diesen Ansatz der Collaborative Surveillance schrittweise umzusetzen.

 

 

5. Simulationen als Entscheidungshilfe bei Krankheitsausbrüchen

Der WHO-Hub in Berlin entwickelt einen KI-gestützten Pandemie-Simulator, der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern helfen soll, schneller und wirksamer auf Krankheitsausbrüche zu reagieren.

Der Simulator, der sich derzeit in der Prototyp-Phase befindet, nutzt komplexe Berechnungen, um verschiedene Maßnahmen zu vergleichen und herauszufinden, welche besonders wirksam sind. Dazu gehören beispielsweise Kontaktreduzierung, Schulschließungen oder verbesserte Teststrategien. Durch solche Vergleiche lässt sich besser verstehen, wie sich ein Ausbruch entwickeln könnte und welche Schritte ihn gegebenenfalls frühzeitig stoppen können.

 

 

6. Globale Expertise vernetzen, um Krankheitsbedrohungen besser zu verstehen

2025 hat der WHO-Hub in Berlin mehr als 1.300 Fachleute für Datenanalyse und Modellierung sowie weitere Fachleute aus 50 Ländern und 200 Institutionen vernetzt.

Möglich wird dies durch eine digitale Plattform, die wir Collaboratory nennen. Dort können Expertinnen und Experten gemeinsam an anspruchsvollen statistischen Modellen arbeiten, die besser erklären, wie sich Infektionskrankheiten ausbreiten.

Durch die weltweite Vernetzung im Collaboratory erhalten die Länder Zugang zu aktuellen Vorhersagemodellen, die ihnen helfen, schneller und gezielter auf Krankheitsausbrüche zu reagieren.

 

 

7. Fachkompetenz vor Ort stärken

Um potenziell lebensbedrohliche Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und richtig einzuschätzen, werden vor Ort gut ausgebildete Fachkräfte für Public Health Intelligence benötigt.

Der WHO-Hub in Berlin unterstützt Expertinnen und Experten dabei, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, damit sie moderne Werkzeuge wie das Epidemic Intelligence from Open Sources System sicher anwenden können.

2025 haben wir das Public Health Intelligence Competency Framework and Curriculum eingeführt. Es hilft Fachkräften und Institutionen weltweit, ihre Kompetenzen systematisch auszubauen und Gesundheitsgefahren schneller zu erkennen.

 

 

8. Nationale Einrichtungen für das digitale Zeitalter stärken

Nationale Gesundheitsbehörden spielen eine zentrale Rolle, damit ein Land gut auf Gesundheitsnotlagen vorbereitet ist und schnell reagieren kann. Sie sind entscheidend dafür, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und lebensrettende Maßnahmen zu koordinieren.

2025 unterstützte der WHO-Hub in Berlin mehr als 120 Länder dabei, solche Einrichtungen aufzubauen oder zu verbessern. Der Hub bot praktische Orientierungshilfen an und förderte den Austausch bewährter Verfahren und  anderen Wissens unter den Ländern, damit diese voneinander lernen und ihre Systeme für das digitale Zeitalter fit machen können.

 

 

9. Partner weltweit verbinden, um gemeinsam mehr zu erreichen

Der WHO-Hub in Berlin vereint eine große Vielfalt an Partnerorganisationen, Regierungen, nationalen Gesundheitsbehörden, Universitäten und Unternehmen, um die Public Health Intelligence weltweit zu stärken. 2025 besuchten rund 1500 Gäste 50 Veranstaltungen in den Räumen des WHO-Hubs in Berlin.

Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern, dem Charité Center für Global Health und dem Robert Koch-Institut, holen wir zudem Forschende und Fachleute aus dem Bereich öffentliche Gesundheit für mehrere Monate nach Berlin. Hier arbeiten sie Seite an Seite an Projekten, die Länder weltweit dabei unterstützen, Krankheitsbedrohungen besser zu erkennen und darauf zu reagieren.

 

 

10. Starke Grundlagen für die Zukunft schaffen

Damit Public Health Intelligence wirksam funktioniert, benötigen die Länder verlässliche Datensysteme, klare Regeln für den Umgang mit Daten und Fachleute, die moderne Werkzeuge sicher anwenden können, um diese Informationen zu analysieren.

Der WHO-Hub in Berlin hilft, diese Grundvoraussetzungen auszubauen und zu stärken. So können die Länder die neuesten digitalen Technologien nutzen und gemeinsam ein globales System aufbauen, das Gesundheitsbedrohungen frühzeitig erkennt – unabhängig davon, wo auf der Welt sie entstehen.

 

 

Was bedeutet Public Health Intelligence?

Public Health Intelligence bezeichnet einen strukturierten Prozess, bei dem Informationen aus verschiedenen Quellen gesammelt und ausgewertet werden, zum Beispiel Daten aus Krankenhäusern und Laboren, Klimadaten oder Online-Nachrichten. Aus diesen Informationen erstellen Fachleute fundierte Einschätzungen, die Regierungen dabei unterstützen, frühzeitig zu reagieren und Menschen vor Krankheitsausbrüchen sowie anderen Gesundheitsbedrohungen zu schützen.

Wir danken dem Bundesministerium für Gesundheit, dessen Unterstützung die Arbeit des WHO-Hubs in Berlin ermöglicht.

Unser Dank gilt außerdem: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin; Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD); Charité – Universitätsmedizin Berlin; Chinese Center for Disease Control and Prevention; Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI); data.org; Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ); European Commission’s Health Emergency Preparedness and Response Authority (EU HERA); European Commission’s Joint Research Centre (JRC); Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz); G7 Global Partnership Against the Spread of Weapons and Materials of Mass Destruction; Gates Foundation; Global Affairs Canada; Global Health Hub Germany; Global Research Collaboration for Infectious Disease Preparedness (GloPID-R), Institute of Philanthropy (IoP); Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA); Modellierungsnetz für schwere Infektionskrankheiten (MONID); Oxford University Pandemic Sciences Institute; Public Health Agency of Canada; Robert Koch Institute (RKI); Rockefeller Foundation; Schmidt Global Health; Service for Foreign Policy Instruments (FPI), European Commission; Temasek Foundation; United Nations Foundation, University of Melbourne Doherty Institute; US Centers for Disease Control and Prevention and Wellcome Trust.

Jede Investition in die Vorbereitung auf gesundheitliche Notlagen schützt Leben und senkt zukünftige Kosten. Damit der WHO-Hub in Berlin weiterhin Wirkung entfalten und Innovationen in der Public Health Intelligence vorantreiben kann, braucht er verlässliche und langfristige finanzielle Unterstützung.